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Ratgeber Parkett und Fußbodenheizung

Viele Hausbesitzer setzen heutzutage auf eine Fußbodenheizung. Kein Wunder, bietet eine solche doch viele Vorteile: Energieeffizienz, warme Füße, keine störenden Heizkörper, um nur drei zu nennen. Im Vergleich zu konventionellen Heizkörpern kann eine Fußbodenheizung bis zu 3 Grad kälter eingestellt werden für das gleiche Wärmegefühl! Im Folgenden soll es um die Frage gehen, ob man Parkett auf Fußbodenheizungen verlegen kann/sollte und was es dabei zu beachten gibt! 

Unsere Themen im Überblick:

  • Elektrische oder Warmwasserfußbodenheizung
  • Welche Parkett-Arten sind besser, welche schlechter geeignet?
  • Unterschiede bei den Holzarten
  • Was Sie vor der Verlegung auf einer FBH beachten müssen

Elektrische oder Warmwasserfußbodenheizung

Grundsätzlich ist die Nutzung einer Fußbodenheizung (im Folgenden mit FBH abgekürzt) zusammen mit Parkett möglich. Während der Betrieb zusammen mit einer Warmwasser-Fußbodenheizung wegen der langsamen und begrenzten Wärmeentwicklung weitgehend unproblematisch ist, muss man bei einer elektrischen Fußbodenheizung genauer hinschauen. Die schnelle und hohe Wärmeentwicklung kann das Parkett schädigen. Deshalb sollten Sie sich genau beraten lassen, ob Ihre elektrische Fußbodenheizung für Parkett geeignet ist: zum Beispiel, dass sich die Temperatur regulieren lässt, damit sie an der Estrichoberfläche 27 Grad nicht überschreitet. Wenn Sie die elektrische FBH nachträglich einbauen, haben Sie die Möglichkeit, direkt eine Ausführung zu wählen, die speziell für den Einsatz unter Parkettboden konzipiert ist. 

Welche Parkett-Arten sind besser, welche schlechter geeignet?

Logischerweise ist der Zweck einer FBH die Erwärmung des Raumes – deshalb sollte das Parkett den Wärmedurchlass so wenig wie möglich behindern (Empfohlen wird ein maximaler Wärmedurchlasswiderstand von 0,15 K/W). Besonders gut geeignet ist wegen der geringeren Aufbauhöhe 2-Schicht-Parkett, allerdings erfordert dies die vollflächige Verklebung, wobei auf einen Kleber zu achten ist, der sich für eine FBH eignet: möglichst schadstoffarm und fadenziehend, was mögliche Hohlstellen verringert. Weiterhin eignet sich Mosaikparkett besonders für eine FBH. 

Auch Fertigparkett bzw. 3-Schicht-Parkett ist mit einer FBH nutzbar. Es bietet sogar den Vorteil, dass es formstabiler ist als etwa Massivparkett. Wenn man 3-Schicht-Parkett schwimmend verlegen möchte, ist eine Unterlagsbahn mit Dampfsperre gegen Diffusionsfeuchte erforderlich, die man bei der Ermittlung des Wärmedurchlasswiderstands hinzuaddieren muss. Allerdings empfehlen wir die Verklebung, weil dadurch Hohlräume minimiert werden, die als Luftpolster bzw. isolierende Luftschicht den Wärmedurchlass behindern. Ist das Parkett verklebt, wird es direkt erhitzt im Verbund mit dem Estrich.

Was die Eignung verschiedener Parkettsorten betrifft, sei noch hinzugefügt, dass jede Parkettsorte irgendwann die Wärme durchlässt – nur halt früher oder später. Da eine Warmwasser-FBH sinnvollerweise als Dauerheizung betrieben wird, sind die Unterschiede beim Wärmedurchlass eher zu vernachlässigen, da sie sich nur in der Anfangsphase des Aufheizens auswirken. 

Grundsätzlich gilt es, der Empfehlung der Hersteller zu folgen in Bezug auf eine FBH – und ein Grund mehr, auf die Qualität des Holzfachhandels zu setzen.

Unterschiede bei den Holzarten und Dielenformaten

Wie die Holzfreunde unter uns wissen, ist Holz nicht gleich Holz. Bestimmte Holzarten eignen sich besser in Verbindung mit einer FBH als andere. Dies bezieht sich vor allem auf das Quell- und Schwindverhalten. Gerade, wenn eine Holzart besonders viel „arbeitet“ (z.B. Buche oder Ahorn), können sich Risse bilden oder die Fugen unschön hervortreten – diese wiederum sieht man deutlicher bei hellen Hölzern, da die größeren Fugen einen dunklen Schatten werfen. Das Arbeiten des Holzes wirkt sich weiterhin bei großen Dielenformaten stärker aus in Punkto Fugenbildung als bei kleinen Stäben. Gut geeignet sind Harthölzer aus Übersee oder auch Eiche, Esche, Nussbaum und Kirsche. Grundsätzlich gilt es zu beachten, dass man die Luftfeuchtigkeit vor allem im Winter im Auge behält und ggf. mit entsprechenden Maßnahmen dafür sorgt, dass diese nicht unter ein kritisches Maß fällt. Tun Sie dies nicht nur in Hinblick auf Ihr Parkett, sondern auch auf Ihre Gesundheit! 

Was Sie vor der Verlegung auf einer FBH beachten müssen

Bei Verlegung auf mineralischem Untergrund muss dieser vorher aufgeheizt werden, damit schädliche Feuchtigkeit entweichen kann. Wurde der Estrich frisch verlegt, muss dieser mindestens 21 Tage trocknen, bevor mit dem Aufheizen begonnen wird. Dieses Aufheizen folgt nach einem ganz bestimmten schematischen Ablauf, einem geprüften Aufheizprotokoll. Dessen genaue Befolgung ist unbedingt erforderlich. Stellen Sie bitte sicher, dass Ihre Handwerker wissen, was sie tun! 

Wenn Sie noch offene Fragen haben sollten, kommen Sie doch einfach mal bei uns vorbei in Konstanz oder Singen. Unsere Bodenprofis beraten Sie gerne umfassend zum Thema „Parkett über einer Fußbodenheizung“.